Eigene Veranstaltungen

»Erlaubst du wohl, dir ein Geschichtchen zu erzählen?« – Jüdische Lebenswege auf den deutschen Theatern
1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: Ein bundesweiter Volksbühnen-Abend mit Musik und Texten jüdischer Autoren

 

Mit einem literarisch-musikalischen Abend erinnert der Bund Deutscher Volksbühnen anlässlich der Feierlichkeiten rund um „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ im Jahr 2021 an die enge Verbindung der deutschen Volksbühnenbewegung mit dem Engagement jüdischer Kulturschaffender. Unter dem Motto »Erlaubst du wohl, dir ein Geschichtchen zu erzählen? Jüdische Lebenswege auf den deutschen Theatern« werden Schauspielerin Gesine Cukrowski und Synchronsprecher Christian Brückner aus Original-Texten jüdischer Autor:inne lesen, das Jewish Chamber Orchestra aus München, mit dem Solisten Wen-Sinn Yang am Cello, sorgt für die musikalische Begleitung. Die inhaltliche Gestaltung übernimmt Medienwissenschaftler Professor Peter W. Marx.

Es ist das erste gemeinsame Projekt des Bundes deutscher Volksbühnen. Alle weiteren Informationen entnehmen Sie bitte dem Internetauftritt des Bundes deutscher Volksbühnen.

Der Premierenabend findet am 28.Oktober in Hamburg statt, bis zum 15. November folgen deutschlandweit acht weitere Aufführungen in den Städten, Chemnitz, Stuttgart, Köln, München, Kassel, Bielefeld, Düsseldorf und Berlin.

Mit dieser Veranstaltung sollen die prägenden Köpfe hinter der aufklärerischen Idee einer kulturellen Teilhabe am Theaterleben geehrt werden und die Arbeit und Wirkung dieser intellektuellen Akteure sichtbar machen.

Die Geschichte des deutschsprachigen Theaters ist ohne den Einfluss bedeutender jüdischer Persönlichkeiten in der Tat nicht zu denken. Viele der Akteure – ob beispielsweise als Autor:innen  oder  als Regisseur:innen – haben maßgeblich dazu beigetragen, die Bühnen für die breite Bevölkerung zu öffnen. Mit der Verbürgerlichung des Theaters und dem Bau großer Bühnenhäuser zum Ende des 19. Jahrhunderts waren es auch jüdische Intellektuelle, die die Idee des Zugangs zu kultureller Bildung für alle Gesellschaftsschichten intensiv verfolgt haben und die Gründung einer landesweiten Volksbühnenbewegung engagiert unterstützen.

So geht beispielsweise die Gründung der Freien Volksbühne in Berlin im Jahr 1890 auf die ein Jahr vorher erfolgte Gründung einer Freien Bühne zurück, in der von den zehn Gründungsmitgliedern allein acht jüdischer Abstammung waren. Dass der Einfluss jüdischer Intellektueller auf die Geschichte des Theaters im Allgemeinen und der Historie der Volksbühnen in Deutschland wenig bekannt ist, hat einen einfachen Grund: Durch Namensänderung versuchten die Akteure oft, ihre jüdische Herkunft zu vertuschen. So wurde der Ende des 19. Jahrhunderts führende Theaterkritiker Otto Brahm als Otto Abrahamson geboren, Regisseur Max Reinhardt als Max Goldmann und Regisseur und Schauspieler Fritz Kortner als Fritz Kohn.

Der Kulturabend zur Erinnerung an die jüdischen Lebenswege auf den deutschen Theatern fällt vielerorts mit den Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen lokaler Volksbühnen-Vereine zusammen.

Karten für den Düsseldorfer Termin im Schauspielhaus am Sonntag, den 14.11.2021, 11 Uhr sind ab sofort erhältlich. Sind Sie Mitglied bei uns können Sie sich einfach  telefonisch unter 0211/ 55 25 68 oder per E-Mail an info@kulturamrhein.de bestellen. Nicht-Mitglieder wenden sich bitte an das Düsseldorfer Schauspielhaus, das geht telefonisch unter 0211/ 36 99 11 , im Webshop oder über den Vorverkauf im Pavillon am Gustaf-Gründgens-Platz.

Die Karten kosten 17,00 € für Mitglieder, außenstehende Interessierte zahlen 20,00 €.